David Harnasch

Es gibt auch noch ein Leben ausserhalb Facebooks. Hier beispielsweise.

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Anonym fragte: Ich habe heute Nachmittag durch meinen Anwalt aufgrund einer Ihrer vorangegangenen Aussagen Strafanzeige bei der Polizeidirektion erstatten lassen. Meinem Anwalt und dem die Anzeige entgegennehmenden Polizeibeamten zufolge sind diese Ihre Äußerungen strafrechtlich bedenklich. Was sagen Sie dazu?

Dies: MUAHAHAHAHAAAA!

Für eine Strafanzeige brauchen Sie keinen Anwalt, die können Sie selber bei der Staatsanwaltschaft stellen und die muss sich dann darum kümmern. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und ihrem Anwalt viel Spaß mit Ihrem Geld! Ich hoffe, er ist schlau genug, bei so besonders klugen und liebenswürdigen Mandanten wie Ihnen nicht nach BRAGO, sondern nach Stundensatz nicht unter 200 Euro abzurechnen. (Raten Sie mal, warum der Ihnen erzählt, irgendwelche meiner Äußerungen seien “strafrechtlich bedenklich”. Na? Merken Sie was?) Der Cop nimmt gerne jede Anzeige entgegen, er weiß ja, dass es die Aufgabe der Staatsanwaltschaft ist, die dann wegzuwerfen. Dass ich selbstverständlich NIE wegen Ihrer Anzeige auch nur Post von einer Staatsanwaltschaft erhalten werde, darauf würde ich Ihnen jetzt direkt eine Wette von 100 Euro anbieten. Was ja aber nicht geht, da Sie es vorziehen, anonym zu bleiben. Schade. Wobei: Ihr Glück, jeder blamiert sich, so gut er kann, gelle?

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Anonym fragte: Sind sie Jude?

Nö: Weder halachisch noch prozentual nach den Nürnberger Rassegesetzen.
(Danke übrigens, dass Sie nicht “jüdischer Mitbürger” geschrieben haben, sonst wäre mir jetzt übel.)

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Anonym fragte: Zu ihrer Prügelargumentation bzgl. Nahostkonflikt: Sie merken selbst das Argumentieren auf Basis der Kette von Gewalt und Gegengewalt ist sinnlos. Genauso wie die eine Seite ihre Gewalt als Reaktion auf eine vorhergehende erlittene Gewalt rechtfertigen kann, kann dies auch die andere. Man muss sich viel mehr die politische Ökonomie des Konflikts klarmachen, sprich die Zwecke des Westens, Israels, der Palestinenser und der arab. Welt, die da am Werk sind. Haben Sie sich dazu Gedanken gemacht?

Jahrelang.

Und offensichtlich haben Sie das Prügelargument nicht verstanden. Es gibt eben keine “Kette von Gewalt und Gegengewalt” (vulgo “Gewaltspirale”) als Naturgesetz. (In der Sekunde, in der sich der Pazifist körperlich wehrt, würde ich ja sofort und dauerhaft aufhören, ihn zu ohrfeigen.) Die Konfliktgeschichte der Menschheit zeigt vielmehr, dass kriegerische Auseinandersetzungen genau so lange andauern, wie beide Seiten die Hoffnung hegen dürfen, sich durchzusetzen. Anders gesagt: Würden die “Palästinenser” die einfache Tatsache kapieren, dass sie wieder und wieder Kriege begonnen und verloren haben, könnte man sofort damit beginnen, einen dauerhaften Frieden mit ihnen zu verhandeln.

Es wäre zu ihrem eigenen Besten. Zynischerweise hindern genau diejenigen Leute sie daran, die sich als ihre Freunde bezeichnen:

- Indem die EU palästinensische Milizen mit Steuergeldern flutet, die in der Korruption versickern.

- Indem die arabischen “Brüder” den palästinensischen Flüchtlingen jede Integration und Bürgerrechte vorenthalten und ihnen Märchen von einer “Rückkehr” ins israelische Kernland erzählen, wohl wissend, dass diese niemals stattfinden wird.

- Indem die UN die perverse Idee entwickelten, “palästinensische” Flüchtlinge könnten als einzige Flüchtlingsgruppe der Welt und Menschheitsgeschichte diesen Flüchtlingsstatus vererben.

- Und dazu gleich noch ein eigenes “Hilfswerk” ins Leben riefen, das aus reinem Selbsterhaltungstrieb keinerlei Interesse daran haben kann, den Objekten seiner Fürsorge echte Hilfe angedeihen zu lassen.

- Indem die Israelis (aus guten und moralisch höchst ehrenwerten Gründen) sich selbst während kriegerischer Auseinandersetzungen noch um das Wohlergehen der “palästinensischen” Zivilbevölkerung sorgen.

- Indem Israel wieder und wieder Terror durch geographische Zugeständnisse belohnt, in der Hoffnung, das Gegenüber wäre endlich zivilisiert genug, die Idee eines Kompromisses zu verstehen (statt ihn von vornherein als Schwäche zu interpretieren, die man ausnutzen muss).

Da von EU, UN, Israel und aus der arabischen Welt nicht zu erwarten ist, dass diese Handlungsmuster durchbrochen werden, bleibt nur eine Hoffnung für den Frieden (wohlgemerkt “Hoffnung” für “Palästina”, denn Israel geht es trotz aller Strapazen auch ohne echten “Frieden” relativ prächtig):

Ein paar kluge Palästinenser kapieren die Dynamik des Konflikts und gründen eine Partei: Die “Partei für echten Frieden, Wirtschaftswachstum, Minderheitenrechte, Integration der Flüchtlinge in ihren Aufnehmerländern (bzw. Einreise in einen zu gründenden Staat “Palästina”) und eine funktionierende Müllabfuhr”. Weil ein Wunder geschieht, veranstalten die Autonomiebehörde und die Hamas gleichzeitig echte, demokratische Wahlen. Die PFWMIM gewinnt diese Wahlen haushoch und wird trotzdem nicht vom politischen Wettbewerber an die Wand gestellt, sondern kann sich an’s Werk machen, ihre klugen Ideen umzusetzen.

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Anonym fragte: Herr Harnasch ich habe mal eine Frage: Wie finden sie es das auf der Internetseite die Achse des drei Videos mit dem Titel "die kalte Sonne" zu finden sind? Wie ist ihre Position zum Klimawandel? mfg Florian

Ich halte den Klimawandel für kein drängendes Problem, das Wetter war immer schon scheiße. Selbst wenn der Mensch mit CO2-Emmissionen einen Einfluss darauf hätte - was ich nicht weiß - ist die sinnvolle Reaktion keinesfalls, Fantastilliarden für angebliche “CO2-Einsparungen” auszugeben (die faktisch nicht stattfinden, weil China und Indien wichtigeres zu tun haben, nämlich Milliarden Menschen aus der absoluten in die relative Armut zu helfen). Ich bin Klima-Agnostiker. Wenn der Meeresspiegel steigt, braucht Bangladesh halt Dämme in 100 Jahren. Das ist machbar, die Niederlande haben es ja auch schon vor 100 Jahren hinbekommen, als sie wie die ganze Welt noch furchtbar arm waren. Und Bangladesh sollte in 100 Jahren nicht mehr furchtbar arm sein.

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Anonym fragte: Für wen sind sie: Mitt Romney oder Ron Paul?

Schön, dass Sie Obama gar nicht erst zur Wahl stellen. Romney. Als Europäer ohne nennenswerte eigene Armee würde ich persönlich unter Pauls Isolationismus leiden.